Die Heilkraft des Sports – Muskeln 2/8

Text: Auszug aus dem Magazin GEO WISSEN – Gesundheit Nr. 7: Die Heilkraft des Sports

Muskeln

2/8 – Muskeln: Selbst im Alter lassen sich die Kraftpakete noch aufbauen.

Muskeln beschleunigen den Körper eines Sprinters auf nahezu 45 km/h, heben Lasten von mehr als 200 Kilogramm, sie lassen uns lächeln und atmen. Sie überspannen fast sämtliche Knochen, umhüllen Magen, Darm und Blase, das Herz besteht sogar fast ausschließlich aus Muskelmasse. Zwar funktionieren alle Muskelfasern des Menschen nach einem ähnlichen Prinzip, doch Forscher haben herausgefunden, dass es zwei unterschiedliche Typen gibt, die immer gleichzeitig in einem Muskel vorhanden sind:

  • Die langsamen Fasern kontrahieren eher gemächlich und entfalten nicht sonderlich viel Kraft, halte jedoch lange durch. Daher sind sie für Ausdauersportarten wichtig. […]
  • Die schnellen Fasern sind im Durchschnitt dicker, ziehen sich mit größerer Geschwindigkeit zusammen und entfalten mehr Kraft – ermüden aber rasch. Mithin sind sie von Vorteil bei Sportarten, in denen es auf schnelle, kraftvolle Aktionen ankommt. […]

Die Verteilung der Fasertypen ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, je nach genetischem Profil. In der Regel enthalten die Muskeln eines antrainierten Menschen rund 45 Prozent langsame und 55 Prozent schnelle Fasern. Manche Sprinter besitzen in ihren Muskeln jedoch bis zu 90 Prozent schnelle Fasern, manche Ausdauersportler dagegen genau umgekehrt bis zu 90 Prozent langsame Fasern. Einige Trainingsmethoden können die Zusammensetzung der Fasern erheblich beeinflussen. […]

Beim Muskelaufbautraining gilt allerdings: Mehr nützt womöglich nicht immer mehr. So zeigte eine Studie der Sporthochschule Köln, dass es für ein optimales Muskelwachstum hilfreich sein kann, wenn ein Athlet sein Krafttraining zwischendurch für mehrere Tage unterbricht. Danach, so Laborwerte, lösten die wieder aufgenommenen Übungen einen noch deutlich stärkeren Wachstumsimpuls aus als zu Beginn des Trainings. […] Daher sind Muskeln wahre Meister im Aufbau von Masse, ständig passen sie ihre Kraft und Ausdauer den Bedürfnissen des Körpers an. […]

Sie steigern die Effizienz des Immunsystems, fördern die Zuckerverwertung in der Leber, helfen beim Abbau von Fettdepots, vermindern Entzündungsreaktionen und Arterienverkalkung, regen die Bildung des Bauchspeicheldrüsenhormons Insulin an (was vermutlich Diabetes vorbeugt) und fördern das Wachstum von Knochengewebe. Eine große Muskelmasse ist gut für den gesamten Organismus.

Doch die unbequeme Wahrheit lautet: Die Trainierbarkeit der Muskulatur nimmt schon Mitte 20 jedes Jahr ein wenig ab. Das bedeutet: Man muss seine Muskeln später weitaus mehr fordern als in seiner Jugend. Und das geht alleine durch Kraftübungen (denn Ausdauertraining verbessert nur dei Durchblutung der Muskulatur und stärkt den Herzmuskel).

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Muskelfasern verlieren niemals ihre Fähigkeit, an Masse zuzulegen – intensives Training wirkt daher bis ins Rentenalter. So hat eine Studie ergeben, dass 65-Jährige durch Kraftübungen innerhalb von vier Monaten wieder auf den Stand eines untrainierten 30-Jährigen gelangen können.

 

2018, GEO Wissen, Gesundheit Nr. 7; „Die Heilkraft des Sports“. Kaulitzki, Sebastian.

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