Die Heilkraft des Sports – Immunsystem 6/8

Text: Auszug aus dem Magazin GEO WISSEN – Gesundheit Nr. 7: Die Heilkraft des Sports

Immunsystem

Immunsystem – 6/8: Moderate Bewegung aktiviert die Abwehrzellen.

Eine der wichtigsten Schutzfunktionen maßvoller sportlicher Betätigung besteht in ihrer Wirkung auf unser Immunsystem: Wird der Körper aktiv, produziert er mehr weiße Blutkörperchen eines bestimmten Typs, die als Abwehrzellen gefährliche Eindringlinge und Fremdstoffe bekämpfen.

Mit zunehmenden Alter aber arbeiten immer weniger dieser Zellen. Doch jeder Mensch, der sich regelmäßig bewegt, kann diesen Prozess stark verlangsamen.

Regelmäßiger Sport lässt außerdem die Zahl entzündungshemmender Immunzellen im Blut ansteigen. Auf diese Weise kann Sport zahlreichen Krankheiten vorbeugen, die infolge chronischer Entzündungsprozesse entstehen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Mehr noch: Wer fortgesetzt aktiv ist, fördert das Immunsystem, die DNS-Reparatur und die Entgiftung des Körpers derart, dass er sogar bösartigen Tumoren vorbeugen und eine Krebsbehandlung wirksam unterstützen kann. In einer Langzeituntersuchung mit über 25000 Frauen fanden Wissenschaftler heraus, dass regelmäßige Sport von mindestens vier Stunden pro Woche das Brustkrebsrisiko deutlich senken kann.

Laut einer anderen Langzeitstudie mit fast 41000 Männern sank das Risiko, an Krebs zu sterben, um ein Drittel, wenn die Probanden im Durchschnitt täglich nur eine halbe Stunde Rad fuhren oder spazieren gingen.

Zudem hebt Sport die Stimmung – und positive Emotionen stärken das Immunsystem zusätzlich.

Allein gegen Infekte bietet viel Sport nicht automatisch den größtmöglichen Schutz. Im Gegenteil, hartes, den Körper stark forderndes Training schwächt das Immunsystem sogar kurzzeitig, sodass etwa Schwimmer, Läufer oder Radfahrer nach sehr intensiver oder lang andauernder Anstrengung vorübergehend anfälliger sind für bestimmte Erkrankungen.

Durch hohe Belastung, wie zum Beispiel einen Marathon, steigt die Konzentration des Stresshormons Kortisol im Blut, wodurch wiederum auf komplexe Weise die Abwehrfunktion des Körpers sinken kann. Außerdem ist nach einer intensiven Trainingseinheit kurzzeitig die Konzentration der weißen Blutkörperchen im Blut vermindert, die für das Immunsystem so wichtig sind. Innerhalb von 30 Minuten nach Trainingsende sind Sportler daher anfälliger für Infektionen der Harnwege, Durchfälle sowie für Erkältungen. Denn besonders in den oberen Luftwegen können sich in diesem Zeitfenster leicht Keime ansiedeln.

Ideal für das Immunsystem ist daher ein eher moderates und regelmäßiges Training, am besten an der frischen Luft. Insbesondere Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen kurbeln die Körperabwehr an.

Um den Organismus – und damit das Immunsystem – nicht zu sehr zu strapazieren, sollte zudem nach jedem Training eine Ruhepause von mindestens 24 Stunden oder sogar einer knappen Woche eingehalten werden.

 

2018, GEO Wissen, Gesundheit Nr. 7: “Die Heilkraft des Sports”. Kaulitzki, Sebastian.

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