Die Heilkraft des Sports – Stoffwechsel 8/8

Text: Auszug aus dem Magazin GEO WISSEN – Gesundheit Nr. 7: Die Heilkraft des Sports

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Stoffwechsel – 8/8: Langes Sitzen erhöht den Spiegel an schädlichem Cholesterin

Als Stoffwechsel, auch Metabolismus, bezeichnen Mediziner die Gesamtheit aller
biochemischen Prozesse in den Körperzellen; er ist damit Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge im Körper.
Diese Prozesse werden stark beeinflusst von unserer Lebensweise, und insbesondere auch von unserer körperlichen Aktivität – oder Inaktivität.
So verändern bereits drei bis vier Stunden ununterbrochenen Sitzens den Stoffwechsel. Bei längerer Untätigkeit kommt offenbar ein Enzym namens Lipoprotein-Lipase weniger zum Einsatz. Diese Substanz spielt eine wichtige Rolle beim Abbau von Fetten. Eine mögliche Folge des Sitzens ist somit, dass der Cholesterinspiegel im Blut ansteigt – und sich mithin das Risiko für Übergewicht und Herz-Reislaut-Krankheiten erhöht.
Daher betonen Forscher zunehmend, dass Bewegung nicht nur an bestimmte Sport-Zeiten beschränkt sein sollte, vielmehr sollte sie unseren gesamten Alltag immerzu durchziehen – und das gilt nicht nur für Sportmuffel, sondern auch für Hobbyathleten.
Denn gestückelte, kleine Bewegungseinheiten (ob Treppensteigen im Büro, energisches Staubsaugen oder Gärtnern zu Hause) haben einen gewichtigen Vorteil: Sie unterbrechen längere Phasen des Sitzens – eine zwar bequeme, doch auf Dauer ungesunde Körperhaltung.
[…]
Dabei lassen sich die negativen Effekte des langen Sitzens recht einfach vermeiden.
So hat eine australische Studie gezeigt, dass sich bereits knappe Unterbrechungen positiv auswirken. Selbst Stehen oder kurzes Umhergehen regen den Stoffwechsel an, mit allen gesundheitsfördernden Begleiterscheinungen.
Die Macht der Gewohnheit, die manchen zur Trägheit verleitet, kann uns sogar unterstützen: Studien zeigen, dass ein neues Verhalten, etwa ein Spaziergang auf dem Nachhauseweg, schon binnen weniger Wochen zur Routine wird, sofern man sich konsequent daran hält.
Wer also eine Zeit lang bewusst darauf achtet, die Treppe zu nehmen statt den Fahrstuhl, morgens oder abends eine gewisse Distanz zu Fuß zurückzulegen, im Büro beim Telefonieren aufzustehen oder regelmäßig schwungvoll zu staubsaugen – der kann bald nicht mehr anders.
Und je mehr es uns gelingt, solch scheinbar simple Bewegungen auf Dauer im Alltag umzusetzen, desto größer ist am Ende auch die Summe unserer gesamten Aktivität. Und damit das Plus für den Stoffwechsel und unsere Gesundheit.
Doch auch ambitionierter Sport hat eine wichtige Funktion für den Stoffwechsel, etwa für eine Diabetes-Prophylaxe: Bei intensiver Bewegung schütten Muskeln Proteine aus, die die Zuckerverwertung im Darm anregen. Die Signalstoffe fördern auch die Bildung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse und helfen so, den vom Körper aufgenommenen Zucker effizient zu verwerten.
Zudem lagern die Muskeln selber Zuckermoleküle als Energiereserve ein, entziehen jene so dem Stoffwechsel und entlasten das Insulin beim Abbau des Blutzuckers.
Auch dringen die Botenstoffe der Muskeln bei ausreichend Bewegung bis in die Leber vor und kurbeln dort dei Verwertung von Zucker an, was vor Übergewicht schützt.
Auf ähnliche Art wirken die Signaleiweiße auf die Fettspeicher des Körpers – dort leiten sie gleichsam die Selbstauflösung der Vorräte ein, das Fett vermindert sich – sofern man weniger Energie zu sich nimmt als benötigt.
Sportlich aktive Menschen erkranken daher nicht nur seltener an Diabetes, sondern entwickeln auch, seltener Übergewicht – mit dem Effekt, auf diese Weise auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.
Mehr noch: Die muskulären Botenstoffe greifen vor allem jene Fettdepots an, die die Bildung von Tumoren begünstigen. Zudem werden Substanzen, deren zerstörerische Kraft Wucherungen wachsen lässt, rascher ausgeschieden, sodass die keinen Schaden anrichten können.
Daher halbiert regelmäßiger Sport das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.
2018, GEO Wissen, Gesundheit Nr. 7: “Die Heilkraft des Sports”. Kaulitzki, Sebastian.

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